Ein Herbstmonat als Sommer verkleidet. Etwa so war er, der September. Ich habe noch mal viel Wärme getankt, mit Herrn Hunziker gekuschelt, gelesen, endlich ein Feuer gemacht, an meiner neuen Geschichte geschrieben und neuerdings male ich auch noch. Und im Hintergrund liefen nebst Technik-Kung-Fu auch noch Vorbereitungen für eine Buchmesse und vier Lesungen …
Kreatives Neuland – jetzt malt sie auch noch …
Aber keine Angst, nur für mich selbst – jedenfalls fast. Im Juli habe ich ein Wochenende lang einen Porträt-Workshop in Zofingen mit Dylan Sara besucht. Nicht weil ich von Feder auf Pinsel umsatteln möchte, im Gegenteil. Um mich mit meinen Figuren verbinden zu können, muss ich sie bildlich vor mir haben. Dafür habe ich in «Karpfen im Froschteich» alle wichtigen Rollen mit Schauspielern besetzt. Diese Methode hat den Vorteil, dass ich mit diesen real existierenden Menschen, von denen ich bestenfalls von der Leinwand her weiß, wie sie agieren, schon vertraut bin. Körperhaltung, Gestik, Mimik – alles schon da. Das erleichtert vieles. Und doch hätte ich in Zukunft gerne noch ein wenig mehr Spielraum, wenn es um das Äußere meiner Charaktere geht. Wenn ich mir meine Wunschperson angelehnt an einen realen Menschen selbst malen könnte, könnte ich nach Herzenslust mit Haarfarbe, Körperbau oder mit Brillen und Tattoos spielen. Ich werde es jedenfalls probieren und freue mich schon darauf, wie sich mein Figuren-Notizbuch dadurch verändern wird.

Nicht perfekt, aber von mir selbst … Das muss reichen ;).
Aber auch abgekoppelt vom Schreiben als reines Hobby, möchte ich mehr malen. Beim Scrollen auf Instagram habe ich etwas entdeckt, was mir als gute Alternative zu scrollen auf Instagram erscheint – Urban Scetching. Genügend tolle Motive, die ich im Café oder auf einer Bank draußen in der Sonne malen könnte, liegen schliesslich fast vor meiner Haustür. Was mir daran besonders gefällt: Es darf ungenau sein. Beim Porträtmalen kommt mir nämlich meine zu ungenaue Art in die Quere. Und natürlich habe ich als kleiner Workshop-Junkie auch gleich einen Kurs gebucht. Dort habe ich in einer coolen Runde viel über Farben, Perspektiven und über das passende Material gelernt.

Erste Versuche mit vermalbarem Fineliner. Dafür musste das Morgarten-Denkmal herhalten …
Neues Jahr, neuer Kreativmarkt Flums
Im letzten Jahr bin ich dank meines Adventskalenderbuchs «Advent, Advent, der Tannenbaum brennt!» im Herbst durch einige Märkte getingelt. So kam ich auch auf den Kreativmarkt Flums. Ein gar nicht so kleiner Markt in der Mehrzweckhalle mitten im Dorf. Flums liegt mir ehrlich gesagt gar nicht am Weg. Aber ich wollte meinem Adventsbuch einen möglichst breiten Start bieten und auch meine Liebeskomödie «Karpfen im Froschteich» einem neuen Publikum zeigen. Darum habe meinen Radius erweitert. Doch in diesem Jahr hat sich der Besuch in Flums besonders gelohnt. Wenn auch nicht in Buchverkäufen (ich verkaufe nie viele Bücher an Märkten und Messen). Dafür habe ich zahlreiche tolle Gespräche geführt und war begeistert, sogar auf bestehende Leserinnen zu treffen. Ich hatte wie immer sympathische Tischnachbarn und schon bald den Großteil meiner Weihnachtsgeschenke beisammen ;).
Neu habe ich extra für solche Anlässe Werbeflyer für meine Geschenkgeschichte «Gestrandet in Sonnwil» drucken lassen – ich habe die Dinger verteilt, als gäbe es kein Morgen. Und ein paar neue Leserinnen sind schon in die Hauptrolle dieser Kurzgeschichte geschlüpft. Besonders großartig: Dank einer wundervoll coolen Marktbesucherin wurde Sarah von Sarahs Papeterie in Walenstadt auf mich aufmerksam – und gerade organisieren wir für den 19. November ein Lese-Event bei ihr im Laden. Und zur Krönung war auch noch eine Reporterin des Regionalsenders da und hat einen tollen Beitrag über den Markt gemacht.

Mein Ausstellungstisch. Inzwischen weiß ich eigentlich, wie ich es haben möchte, aber ich war schon lange an keinem Markt mehr.
«Karpfen im Froschteich» gibt es seit diesem Sommer als Hörbuch
Ende Juni ist «Karpfen im Froschteich» als Hörbuch erschienen. Und inzwischen ist auch meine erste Tantiemen-Zahlung dafür eingegangen. Etwas ernüchtert war ich schon. Für ein Abendessen hätte es nicht gereicht. Außer vielleicht bei MC Donalds … Doch dann hat mir meine Verlegerin geschrieben, dass es sich um eine Quartalszahlung handle und jenes Quartal nur noch vier Tage gezählt habe. Es besteht also noch Hoffnung. Hoffnung setze ich auch noch in eine weitere coole Sache: Der Hörbuchverlag hat meine Geschichte für den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie «Beste Unterhaltung» eingereicht. Auf diese Longlist zu kommen, wäre natürlich eine große Ehre.

Die Widmung für das Hörbuch habe ich in meinem eigene Tonstudio selbst eingesprochen – dem Wohnwagen WC 😉 …
Mein Buchtipp im September 2026 – Nelka von Svenja Leiber

Klappentext:
Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.
Mein Senf:
Für die eatreadsleep Challenge habe ich einen Roman der Longlist für den Deutschen Buchpreis gelesen …
Ich habe mir die Bücher angesehen und fand es ehrlich gesagt schwierig. Einige Titel haben mich bei der ersten Betrachtung angesprochen, dann konnten mich aber die Leseproben nicht überzeugen. In der engsten Auswahl lagen nach einigem Hin und Her dann «Unerwünschte Töchter», «Memories of Heidelberg» und «Nelka». Die beiden letzten ehrlicherweise nur, weil mehrere Buchblogs die ich mag sie vorgestellt haben.
Meine finale Wahl fiel auf «Nelka» und ich habe es nicht bereut.
Nelkas Geschichte hat mich – auch wenn sie fiktiv ist – sehr berührt. Denn frei erfunden ist sie natürlich nicht. Leider. Es wird angenommen, dass rund 20 Millionen Menschen für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit leisen mussten. Auf dem Rücken dieser Menschen wurde erst ein Überleben, dann ein Wohlstand aufgebaut. Svenja Leiber gibt mit Nelka diesem Abschnitt der Geschichte ein Gesicht. Es geht hauptsächlich um eine Nacht und um ein halbes Leben. Um Verletzung und so etwas wie Heilung – oder wenigstens um einen Abschluss. Ein Buch, dass man gelesen haben sollte.
Was im September 2026 sonst noch los war

Auch im September gab es noch sommerliche See-Tage.

Bei der Online Autorenmesse hat die Romanschule fünf Bücher als Erfolgsgeschichten gezeigt. Mein Roman war auch dabei. Das hat mich sehr gefreut!

Ich habe neue Postkarten in meinem Goodie-Sortiment.

Selbst ist die Autorin. Für meine Lesung in der Wöschhütte von Landfrauenküche Gewinnerin Irène Meier bin ich einen Morgen lang im Ägerital rumgekurvt und habe Plakate aufgehängt.

Ein Buch, dass ich nur wegen einer Lesechallenge entdeckt und gelesen habe – zum Glück.

Mit Herr Hunziker am See.

Unglaublich aber wahr, das war das erste Lagerfeuer in diesem Jahr …

Im September habe ich endlich alle Formalitäten erledigt, um Teil einer Verwertungsgesellschaft zu sein. Dafür brauchte ich Nervennahrung.

Im Kino. An einem Dienstag Abend um 18:00 Uhr. Inklusive mir und meiner Begleitung waren wir neun Leute im Saal. Aber IMMER WEITER, der Doku in der Martina und Tobias ungeschönt ihre Reise zeigen, war wiklich interessant …

Und ein paar Happy Schreibdays waren im September auch dabei 😉
Was ich im September 2026 gebloggt habe
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12 von 12 im September: Viele To-dos und ein paar TA-DAAs
- Hier sind neue Bücher dazu gekommen: Buchtipps der anderen Art
- Und hier auch ;): Leseempfehlungen für querbeet Leserinnen
Ausblick auf die nächsten Wochen
- Ich werde viel Werbung für meine Geschenkgeschichte «Gestrandet in Sonnwil» machen.
- Am 17. Oktober bin ich auf der Buchmesse Blätterrascheln in Brixen/Südtirol (Mit einer Lesung um 11:00 Uhr)
- Am 23. Oktober freue ich mich auf meine Lesung in der Wöschhütte von Landfrauenküche Gewinnerin Irène Meier in Alosen
- Am 7.November bin ich mit einem Tisch am Koffermarkt Dagmersellen
- Letzte öffentliche Lesung 2026: Am 19. November lese ich in Sarah`s Papeterie in Walenstadt. Anmeldung per Mail über info@sarahs-papeterie.ch oder telefonisch 081 710 20 38 (Eintritt 17.-CHF inklusive Apèro und Goodies)








