Auf Instagram bin ich über die Lese-Challenge «eat,read, sleep» von den Machern des gleichnamigen Podcasts gestolpert. Und ich dachte mir, das könnte die perfekte Gelegenheit sein, mir aktiv Zeit zum Lesen zu nehmen. Denn das klappt bei mir nicht immer ganz so gut. Also stelle ich mich 2026 monatlich einer neuen Lese-Herausforderung. Ob Liebesroman, schwergewichtige Lektüre, historisch oder spannend – die Themen sind so verschieden, wie man sie auslegen kann. Ich bin selbst gespannt, welche Buchempfehlungen ich hier jeden Monat abgeben werde …
Januar: Ein Buch von meinem SUB
«Ruthchen schläft» von Kerstin Campbell
Also, bevor ich auf Instagram in dieser «Bookstagram»-Blase gelandet bin, kannte ich das Wort SUB noch gar nicht … Aber da ich mich ja jetzt schon eine ganze Weile unter diesen Internet-Buchmenschen aufhalte, war ich bereit für diese Challenge und wusste: Ich lese ein Buch von meinem Bücherstapel, der eh schon hier herumsteht. Denn SUB = Stapel ungelesener Bücher.
Ganz oben – weil neu – lag «Ruthchen schläft» von Kerstin Campbell. Und obwohl ich das Buch, zusammen mit ein paar anderen aus der Büchermulde gefischt hatte, war es wirklich neu. Nicht, dass mir das bei Büchern wichtig wäre. Aber vielleicht war dies der Impuls, warum ich danach gegriffen habe. Denn das Cover ist eher unscheinbar. Aber es hat sich gelohnt. Ich glaube, es ist eines der schrullig-schönsten und berührendsten Bücher, die ich gelesen habe. Die Hauptfigur eher Anti-Held, die alte Dame mit der Katze Ruthchen, diese zarte Freundschaft trotz verschiedener Lebensrealitäten … Ich mochte diese Geschichte sehr.

Klappentext:
Fast vierzig Jahre und drei Stockwerke liegen zwischen Frau Lemke und Georg. Frau Lemke wohnt schon ihr ganzes Leben in dem Haus, das Georg geerbt hat. Es hat nicht viel geklappt in seinem Leben, aber eines weiß Georg sicher: An seinem Geburtstag wartet der von Frau Lemke gedeckte Tisch auf ihn, auf Frau Lemke ist Verlass. Doch jetzt soll alles anders werden: Frau Lemke muss zu ihrem Sohn Wolfgang nach New York ziehen. Nur solange ihre Katze lebt, hat Wolfgang verfügt, darf die alte Dame in Berlin bleiben. Als Ruthchen eines Morgens nicht mehr aufwacht, ist es Zeit für Plan B: Was, wenn Ruthchen einfach weiterhin auf dem Sofa schläft, für immer vielleicht? Tierpräparatorin Caro setzt die wahnwitzige Idee in die Tat um – und stellt auch Georgs Leben auf den Kopf.Eine Freundschaft, die kein Alter kennt, eine unverhoffte Liebe und Freunde, die die bessere Familie sind.
Februar: Ein Liebesroman
«Jünger geht immer» von Ellen Berg
Ein Liebesroman … Für mich das perfekte Thema, denn ich schreibe nicht nur Liebeskomödien, ich lese sie auch gerne.
Da der Monat Februar einem nicht so viel Zeit einräumt und ich etwas kurzweiliges lesen wollte, habe ich mich für «Jünger geht immer» von Ellen Berg entschieden. Ihr lockerer Schreibstil und ihr Wortwitz haben mich schon durch mehrere ihrer Bücher getragen.
In Vorbereitung für diese Challenge habe ich viel Zeit in der Bücherecke meines Lieblings-Brockis verbracht. Wirklich schwer war, ein Buch ohne ein «e» im Titel zu finden. Ich habe aber eines ergattert, zu dem ich ehrlich gesagt sonst nie gegriffen hätte. Die Aufgabe für März, «Ein Buch das vor 1900 erschienen ist», machte mich aber auch ziemlich ratlos … Vorsichtshalber habe ich dafür einen dicken Schinken mit «Grimms Märchen» nach Hause getragen – der würde notfalls auch locker das Thema «über ein Pfund» bedienen.

Klappentext:
Anne kriegt die Krise. Da hat sie monatelang die Goldene Hochzeit ihrer Eltern vorbereitet, dann verkündet ihre Mutter, sie werde sich scheiden lassen. Altersstarrsinn oder Late Life Crisis? Als die alte Dame noch dazu einen deutlich jüngeren Mann präsentiert, wendet sich Anne verzweifelt an Tom, den Sohn des neuen Lovers – doch der hat kein Problem damit. Prompt bringt eine ganz und gar überraschende Versuchung auch Annes Leben durcheinander, und sie muss sich fragen: Ist die Liebe zu einem jüngeren Mann wirklich so abwegig?
März: Ein Buch, das vor 1900 erschienen ist
«Der Traum des Louis Vuitton» von Eva-Maria Bast
Wer wie ich bei der #eatreadsleep_challenge26 mitmacht, hat im März ein Buch gelesen, das vor 1900 erschienen ist …
Ich allerdings nicht. Ich fand es von Anfang an schwierig, ein passendes Buch zu finden. Als Notfallplan habe ich aus dem Brocki meines Vertrauens ein wuchtiges und üppig Illustriertes Märchenbuch der Gebrüder Grimm nach Hause getragen. Bei der Gelegenheit habe ich auch das Regal mit den Klassikern durchstöbert, aber es hat mich nichts davon auch nur im geringsten gereizt. Im Gegenteil, die Sprache der Texte hat mich schon beim querlesen ermüdet.
Bei meiner Recherche, was es neben den schwergewichtigen Klassikern aus dieser Zeit noch gibt, bin ich auf alte bekannte gestossen. «Tom Sawyers Abenteuer» (1876) und «Die Abenteuer von Huckleberry Finn» (1885) habe ich als Kind geliebt. Allerdings als TV-Serie. Auch die für die heutige Zeit aufbereitete Form von «Gullivers Reisen» (1726) oder «Alice im Wunderland» (1865) und natürlich «Stolz und Vorurteil» (1813) mag ich sehr. Aber eben, in dieser moderneren Form.
Da ich diese Challenge nicht als Wettbewerb sehe, sondern als Hilfsmittel, mir bewusst Leseinseln zu schaffen, habe ich mir erlaubt für mich das Thema anzupassen.
«Der Traum des Louis Vuitton» von Eva-Maria Bast ist zwar nicht vor 1900 erschienen, doch die Geschichte beginnt 1835. Ich habe das Buch zum genau richtigen Zeitpunkt – nämlich als ich dachte, ich setze im März die Challenge einfach aus – in der Büchermulde bei uns im Werkhof gefunden. Und ohne diese Challenge im Nacken wäre es dort auch liegen geblieben. Der Name Louis Vuitton löst bei mir nämlich keine Gefühlsregungen aus, während viele wenn sie ihn hören in Verzückung geraten. Allerdings nicht so sehr wegen Herr Vuitton und seiner (wirklich beeindruckenden) Lebensgeschichte, sondern wegen seines luxuriösen Vermächtnisses in Leder. Ich habe das Buch sehr gemocht und kann es wärmstens empfehlen!

Klappentext:
Louis Vuitton war ein einfacher Junge aus einem französischen Bergdorf, als er mit 14 Jahren aufbrach, um die glitzernde Metropole Paris zu erobern.
Paris, 1837: Der junge Louis Vuitton hat es aus seinem Heimatdorf ins aufregende Paris geschafft! Er beginnt eine Lehre als Kistenhersteller und Kofferpacker und stellt sich dabei derart geschickt an, dass er sogar an den Kaiserhof gerufen wird. Nur dass die Gepäckstücke so unpraktisch sind, macht ihm das Leben schwer. Louis tüftelt unermüdlich an einer besseren Form. Und just in dem Jahr, in dem ihm seine große Liebe begegnet, revolutioniert er den Koffer und gründet sein eigenes Geschäft. Der Erfolg ist riesig, doch als Louis Opfer eines großen Verrats wird, muss er für sein Unternehmen kämpfen …
April: Ein Buch ausserhalb meiner Komfortzone
«Die Eloquenz der Sardine» von Bill François
Was für ein Thema. Ein Buch ausserhalb meiner Komfortzone … Das traf es auch ziemlich genau. Denn ich las ich ein Buch über Fische. Ja, wirklich, der Titel ist keine Metapher. In «Die Eloquenz der Sardine» hat der Autor und Wissenschaftler sehr viel Fischwissen in Geschichten verpackt. Und ich wurde positiv überrascht. Das Buch ist um einiges Unterhaltsamer als man erwarten würde.
Ich weiss jetzt zum Beispiel, wie unterschiedlich Fische miteinander reden. Seepferdchen spielen dafür Xylophon. Um Töne zu erzeugen, kratzen sie sich mit ihrem Knochenkamm, der am Hinterkopf sitzt am Hals. Katzenfische zirpen, indem sie ihre Stacheln vibrieren lassen, und Langusten spielen mit ihren Antennen Geige – allerdings so schief, dass es wie eine quietschende Tür klingt. Das tun sie, um ihre Feinde in die Flucht zu schlagen.
Heringe pupsen übrigens um sich zu unterhalten und produzieren dabei einen poetischen Blasenvorhang um den Schwarm herum, der zusätzlich dafür sorgt, dass sie sich in der Dunkelheit nicht verlieren. Durch diese Geräusche und die Blasen, die dadurch an die Wasseroberfläche stiegen, wurde 1982 sogar fast ein Krieg zwischen Schweden und der Sowjetunion ausgelöst. Denn die Fische kommunizieren in einem Frequenzbereich, den ihre Feinde nicht wahrnehmen können – mit Ausnehme der schwedischen Marine …
Dank diesem Buch, das ich ohne die Challenge ganz sicher nicht gelesen hätte, weiss ich nun ganz viele solche Sachen ;). Aber ich muss zugeben, wenn man wie ich eigentlich gar kein Fisch-Fan ist, dann hält sich der Reiz des Buches trotz sprachlicher Finessen in Grenzen. Doch dank der Kürze und der guten bildlichen Abgrenzung der Geschichten ist es ein ideales WC-Buch. Was ich keineswegs abwertend meine. Ich liebe es, wenn bei jemandem Bücher und Comics auf dem WC liegen und für drei bis fünf Minuten für Erheiterung sorgen.

Klappentext:
«Die einzigen Tiere, denen ich auf gar keinen Fall begegnen wollte, waren Fische.» Eine Sardine, strahlend und zerbrechlich, befreite Bill François einst als Kind von seiner Angst vor den Fischen und dem offenen Meer. «Sie bat mich, sie zu begleiten, und hob an, mir ihre Geschichte zu erzählen.» Seither ist er nie wieder vollständig auf festen Boden zurückgekehrt. Seither lauscht er den Wundergeschichten der blauen Welt, die er uns in seinem betörenden Buch weitergibt.
Die Meeresbewohner sind keineswegs stumm. Ihre Sprache ist im Gegenteil so vielfältig wie unsere Sinne. Bill François lässt uns die unterseeischen Klänge hören, wo sich das Echo der Eisberge mit den Gesängen der Wale und dem Chor der Fische mischt. Er lehrt uns die Sprache der Farben und Düfte unter Wasser und erzählt vom Atlantischen Lachs, der noch in den Gewässern Grönlands den bretonischen Bach riecht, in dem er geboren wurde. Mit einer Gang von Streetfishern steigt er in den Bauch von Paris hinab, um dessen aquatische Bewohner zu treffen. Ein begnadeter Erzähler, lässt uns Bill François am gesellschaftlichen Leben der Meereswesen teilhaben, berichtet von der Kindheit der Fische, von der Fähigkeit der Buckelwale, ihr Wissen weiterzugeben, und vom Geschlechtswechsel bei den Meerjunkern. Während die Meereswelt durch den Menschen zahllosen Gefahren ausgesetzt ist, vermittelt er uns das Glück, das ein freundschaftlicher Austausch mit ihr uns finden lässt.
Mai: Ein Buch ohne «e» im Titel
Juni: Ein Buch das am Meer spielt
Juli: Ein Buch das mehr als ein Pfund wiegt
August: Ein Buch mit einem Tier auf dem Cover
September: Ein Buch von der Longlist (Deutscher Buch Preis)
Oktober: Ein historischer Roman
November: Ein Krimi
Dezember: Ein Wolldeckenbuch

