Erst dachte ich, der März hätte rein gar nichts hergegeben, über das ich schreiben könnte. Und ein Gefühl von «etwas erreicht haben» hat sich auch nicht gerade in den Vordergrund gedrängt. Aber dann ist mir doch das eine oder andere Erfolgserlebnis in den Sinn gekommen – und das, obwohl ich mich meist auf dem Sofa aufgehalten habe …
Blogaufbau für die Schweizer Schreibfrauen
Im letzten Herbst besuchte ich ein Treffen der Schweizer Schreibfrauen. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich die meisten der Autorinnen bloss aus der gleichnamigen Facebook-Gruppe. Obwohl ich seit etwa vier Jahren Teil dieser Gruppe bin. Immer wieder war die Rede davon, die Webseite der Schweizer Schreibfrauen wieder in Schwung zu bringen und damit uns und unsere Projekte sichtbarer zu machen. Dieses Thema faszinierte mich, und so bot ich mich an, den Blog auf unserer Webseite in die Hand zu nehmen und zu beleben. Zusammen mit Jeanette Blank überlegte ich mir mögliche Themenbereiche und rief die Autorinnen dazu auf, Artikel für unseren gemeinsamen Blog zu schreiben. Denn meiner Meinung nach ist in dieser Gruppe massenhaft Wissen gebündelt. Über das Schreiben, Veröffentlichungswege, Kreativität … Nicht zu vergessen all die verschiedenen Autorinnen und die tollen Bücher. In den letzten Wochen entstanden mehr als ein Dutzend Artikel und Interviews, die ich im Backend einpflegen und bebildern konnte. So erscheint nun immer freitags ein neuer Artikel einer unserer tollen Schreibfrauen. Und ich freue mich über jeden.


Ich habe viel über Produktivität gelernt – und das in meiner unproduktivsten Zeit ever
Mitte März hat mein Körper die Stop-Taste gedrückt. Eine Hüftgelenkentzündung hat mich im wahrsten Sinne des Wortes stillgelegt. Gehen war in den ersten zwei Tagen so gut wie unmöglich. Stehen auch. Sitzen ging so halb. Also verbrachte ich ausserordentlich viel Zeit in der Horizontale. Und ja – ich hätte mir so eine Langzeitpause schöner vorgestellt. Immerhin, ich hatte viel Zeit zum Lesen. Mein März-Buchtipp «Der Traum des Louis Vuitton» hat mir die Zeit wirklich angenehmer gemacht. Danach habe ich – in meiner unproduktivsten Phase – ein Buch über Produktivität gelesen. Das war zwar irgendwie schräg, aber ich hatte mir schon ewig vorgenommen, «Das 12 Wochen Jahr» zu lesen. Es lag auch schon eine Weile auf meinem Buchstapel bereit. Aber ich konnte nie die Motivation aufbringen, mir die Zeit für diesen Ratgeber zu nehmen. Nun, da ich eh nichts anderes machen konnte, gab er mir das Gefühl, mich mit etwas Sinnvollem zu beschäftigen. Und ich muss zugeben, das Konzept, das Jahr in klare 12 Wochen Ziele zu zerteilen, gefiel mir so gut, dass ich mir mein eigenes System für eine 12-Wochen-Planung angelegt habe. Und um das alles für mich selbst besser greifen zu können habe ich einen Blogartikel dazu geschrieben …


Schneckentempo ist kein Stillstand
Mein neuer Roman ist fertig geplant und hängt in 73 Karteikarten neben mir an der Wand. Das angepeilte Ziel? Eine fertige Rohfassung bis Pfingsten. Ob ich es erreichen werde, steht noch in den Sternen. Ich verbringe gerade täglich Zeit mit Katja & Co., komme allerdings nur langsam vorwärts. Das muss aber nicht zwingend nachteilig sein. Es heisst, die Rohfassung eines Manuskripts sei lediglich dazu da, Text zu produzieren. Wie früher, wenn man eine Sandburg bauen wollte (ich war eher die Sandkuchen-Fraktion, aber das Burgen-Bild macht mehr her). Die Rohfassung gehört in diesem Sinnbild noch nicht zur wirklichen Bauphase. In diesem Stadium des Schreibens wird lediglich der Sand in die Sandkiste geschüttet. Damit schafft man die Grundlage, auf der danach gearbeitet wird. Denn ein Grossteil des Bauens geschieht in der Überarbeitungsphase (die übrigens mindestens genau so viel Zeit wie das Schreiben einer Rohfassung beansprucht – wenn nicht mehr …)
Ich habe ehrlich gesagt Mühe mit unausgereiften Texten. Darum schweife ich – auf Kosten der Schreibgeschwindigkeit – oft in Detailverliebtheit ab. So kann ich schlecht einfach nur «ein grünes Kleid» schreiben und zügig in der Handlung weiterfahren. Nein, ich will in diesem Moment wissen, welches Grün dieses Kleid hat. Vielleicht hat es noch den Schatten eines Sossenflecks am Ärmel. Oder einen zu tiefen Ausschnitt. Möglicherweise riecht es nach Mottenkugeln … Tja, genau darum komme ich gefühlt bloss im Schneckentempo vorwärts. Und oft macht sich in mir das Gefühl breit, nicht vom Fleck zu kommen. Dafür wird mir diese Angewohnheit mindestens den Schritt der Bildverdichtung in meiner Überarbeitung ersparen. Und so mache ich Wort für Wort weiter. Bis sich die Zeilen zu Seiten und irgendwann zu einem fertigen Manuskript verdichten. Bestenfalls bis Pfingsten. Und sonst halt so lange wie es dauert …

Mein Buchtipp im März 2026 – Der Traum des Louis Vuitton

Klappentext:
Vom Kofferträger zum Millionär
Paris, 1937: Der junge Louis Vuitton hat es aus seinem kleinen Heimatdorf in die aufregende Metropole Paris geschafft! Er beginnt eine Lehre als Kistenhersteller und Kofferpacker und stellt sich dabei derart geschickt an, dass er sogar an den Kaiserhof gerufen wird. Nur dass die Gepäckstücke so unpraktisch sind, macht ihm das Leben schwer. Louis tüftelt unermüdlich an einer besseren Form. Just in dem Jahr, in dem ihm seine große Liebe begegnet, revolutioniert er die Konstruktion des Koffers und gründet sein eigenes Geschäft. Der Erfolg ist riesig, doch als Louis Opfer eines großen Verrats wird, muss er für sein Unternehmen kämpfen. Und dann gerät auch noch seine Frau in große Gefahr …
Mein Senf:
Ich mache bei einer Lese-Challenge mit, bei dem man in jedem Monat ein neues Thema vorgegeben bekommt. Das März- Thema war: ein Buch, das vor 1900 erschienen ist.
Ich fand es von Anfang an schwierig, ein passendes Buch zu finden. Als Notfallplan habe ich aus dem Brocki meines Vertrauens ein wuchtiges Märchenbuch der Gebrüder Grimm nach Hause getragen. Bei der Gelegenheit habe ich auch das Regal mit den Klassikern durchstöbert, aber es hat mich nichts davon auch nur im geringsten gereizt. Im Gegenteil, die Sprache der Texte hat mich schon beim rein-lesen ermüdet.
Bei meiner Recherche, was es neben den schwergewichtigen Klassikern aus dieser Zeit noch gibt, bin ich auf alte bekannte gestossen. «Tom Sawyers Abenteuer» (1876) und «Die Abenteuer von Huckleberry Finn» (1885) habe ich als Kind geliebt. Allerdings als TV-Serie. Auch die für die heutige Zeit aufbereitete Form von «Gullivers Reisen» (1726) oder «Alice im Wunderland» (1865) und natürlich «Stolz und Vorurteil» (1813) mag ich sehr. Aber eben, in dieser moderneren Form.
Da ich diese Challenge nicht als Wettbewerb sehe, sondern als Hilfsmittel, mir bewusst Leseinseln zu schaffen, habe ich mir erlaubt für mich das Thema anzupassen.
«Der Traum des Louis Vuitton» von Eva-Maria Bast ist zwar nicht vor 1900 erschienen, doch die Geschichte beginnt 1835. Ich habe das Buch zum genau richtigen Zeitpunkt – nämlich als ich dachte, ich setze im März die Challenge einfach aus – in der Büchermulde gefunden. Und ohne diese Challenge im Nacken wäre es dort auch liegen geblieben. Der Name Louis Vuitton löst bei mir nämlich keine Gefühlsregungen aus, während viele wenn sie ihn hören in Verzückung geraten. Allerdings nicht so sehr wegen Herr Vuitton und seiner (wirklich beeindruckenden) Lebensgeschichte, sondern wegen seines luxuriösen Vermächtnisses in Leder. Ich habe das Buch soeben beendet und kann es wärmstens empfehlen!
Was im März sonst noch los war

Wir hatten ein gemütliches Cousinentreffen im Chlösterli. Ich freue mich immer, die Familie zu sehen. Das werden wir von nun an alle zwei Jahre machen.

Das erste Lagerfeuer in 2026.

Ich sehe einen Hasen mit Schal in Eile … Und du :)?

Lesenachschub. Durch den Schreibfrauen-Blog habe ich Eva-Maria Müller näher kennengelernt. Im Oktober werde ich ihren Historischen Roman über ihre Urgrossmutter lesen. Ich freue mich schon sehr darauf, denn die Bücher haben in meiner Familie schon zwei begeisterte Fans gewonnen …

Neue Bücher werden bei mir immer als erstes fotografiert. Danach muss ich sie nicht mehr wie rohe Eier behandeln. Hier war aber Herr Hunziker lieber im Mittelpunkt.

Diesen Spatziergang mussten wir machen. Denn diese Strasse existiert bloss etwa für zwei Monate …

Dann kam eine Hüftgelenkentzündung und legte mich erst mal für eine Weile lahm … Dieses Buch hat mich durch lange Sofastunden getragen.

Und dann kam auch noch der Schnee …
Frisch gebloggt …
- Ein persönlicher Rückblick: 10 Jahre zurück – eine Dekade voller Abenteuer
- Es gibt sie: Vorurteile über Selfpublishing
- Eine Liebeserklärung: 5 Gründe warum ich es liebe Romane zu schreiben
- Monatsrückblick Februar 2026: Ganz schön was los im Hintergrund
- 12 von 12 im März: Schreibwetter
- Zielsetzung: Wie ich als Romanautorin das 12-Wochen-Jahr Konzept nutze, um meine Ziele zu erreichen
Ausblick auf den April 2026
- Ich möchte mir möglichst viel Zeit für das Schreiben nehmen. Denn bis Pfingsten will ich die Rohfassung meines neuen Romans fertig haben.
- Der Frühlingsmarkt (am Samstag, 11. April 2026) im Schulhaus Rubiswil in Ibach SZ steht vor der Tür.
- Schon bald haben mein Schreibteam und ich unsere gemeinsame Lesung. (am 22. Mai 2026 in der Buchhandlung Hall in Schluchsee (Schwarzwald).)


