Okay, es ist tatsächlich September. Wie um alles in der Welt ist das passiert? Eben noch habe ich meine Neujahrsvorsätze über Bord geworfen – und wir wissen alle, wann das spätestens passiert – und nun segeln schon die ersten Blätter von den Bäumen.
Wenn ich auf den August zurückschaue, sehe ich vor meinem inneren Auge vor allem den Krimi, den mir die Druckfreigabe für mein Adventsbuch beschert hat und die Vorbereitungen und den Tag der Bodensee-Buchmesse in Konstanz. Was schon ewig weit weg scheint – obwohl das die Hälfte dieses Monats ausgemacht hat – sind die Ferien …
Ferien! Oder: Zeit für fremde Welten
Es ist keine drei Wochen her, als ich mit einem Buch in der Hängematte lag und mich im spanischen Schatten regungslos niedergaren ließ. Es waren erholsame und gemütliche Urlaubstage ohne Wecker, dafür mit gutem Essen und einem Stapel Bücher. Diese Ruhe und die Tatsache, dass ich zu wenig Empfang hatte, um auf Social Media bei Comedy-Videos hängen zu bleiben, gab mir den Raum mich wieder mit meiner nächsten Romanidee zu verbinden. Das fällt mir in meinem Selfpublisher-Alltag, in dem sich durch «Karpfen im Froschteich» und jetzt gerade mit «Advent, Advent, der Tannenbaum brennt» die Marketing und Vertriebsaufgaben verdichten, zunehmend schwer. Doch dort in der Hängematte ist es mir gelungen, Struktur in meine Ideen zu bringen. Und es sind neue Figuren entstanden, auf die ich mich sehr freue. Zum Beispiel Wundexpertin Tamaris. Sie wird in einer Geschichte, in der Katja noch mal die Hauptrolle spielen wird, mit ihrer Lebenserfahrung als dreifache Mutter und ihrer unverblümten Art die Spitex Sonnwil bereichern.

Sonnenaufgang geniessen mit Herr Hunziker.

Welten entstehen lassen …

Ordnug in kreatives Textchaos bringen …
Hochsommer und Advent – eine schweißtreibende Angelegenheit
Letztes Jahr im September habe ich relativ spontan beschlossen, für meine Newsletter Abonnentinnen einen Adventskalender zu kreieren, in dem ich 24 «oh du fröhliche» Kurzgeschichten aus meinem Romandorf Sonnwil versende. Das wurde zu einer ziemlichen Herausforderung. Fünf, zehn oder zwölf Weihnachtsideen schüttelt man sich gerade noch so aus dem Ärmel. Aber vierundzwanzig ist sportlich. Mit der Einführung einer Seniorenresidenz in meiner Romanwelt habe ich dafür aber eine gute Lösung gefunden. Das Haus «Abendruh» entpuppte sich als wunderbarer Mikrokosmos für neue Geschichten. Ein Spielenachmittag, der aus dem Ruder läuft, ein gestohlenes Gebiss, herbstliche Verliebtheiten … Schlussendlich versendete ich den Adventskalender an über dreihundert Leser und Leserinnen. Und da ich so viele begeisterte Rückmeldungen zu den Geschichten bekommen habe, und schon zu diesem Zeitpunkt in ein Korrektorat der Texte investiert hatte, war es fast ein logischer Schritt diese Geschichten als Buch zu produzieren.
Obwohl dies meine zweite Buchproduktion war, wurde sie doch sehr herausfordernd. Da es diesmal ein Hardcover wird, sind die Anforderungen der Druckerei an die Daten etwas anders. Außerdem musste ich mich unter anderem spontan für die Farbe eines Kapitalbandes entscheiden. Kapitalband? Nie gehört. (Wikipedia sagt: «Das Kapitalband ist das kleine, farbige Bändchen, das bei Bucheinbänden an der Ober- und Unterkante des Buchrückens angeklebt ist»). Man lernt einiges in diesen Tagen. Überhaupt war der Zeitraum, in dem ich die Druckdaten an die Druckerei übermitteln musste, ein ziemlicher Krimi. Es waren immer wieder technische Änderungen nötig, denn die Datei muss perfekt sein, damit sich nichts verschieben kann. In dieser Zeit musste ich tagsüber stets bereit sein, um auf Mails sofort reagieren zu können – so reiste der Laptop halt auch mit zu meinen Putzjobs 😉 …
Fazit: Eine eigene Auflage drucken lassen, kostet Zeit, Geld und einiges an Nerven. Aber: Das ist es Wert! Denn es wird ein wirklich unglaublich schönes und hochwertiges Adventskalenderbuch.

Während der Druckfreigabe war ich allzeit bereit 😉 …

Das Cover und der Inhalt werden in verschiedenen Schritten geprüft. Inzwischen habe ich beide Freigaben bekommen.
Buchmesse – Schnittstelle zwischen Schreibenden und Leser
Obwohl es mir 2024 an der Bodensee-Buchmesse in Kreuzlingen gut gefallen hat, wollte ich in diesem Jahr eigentlich nicht hingehen. Der Aufwand, den man für Messen betreibt, ist doch relativ hoch, Konstanz ist echt nicht bei mir um die Ecke und durch die hohe Konkurrenz weiß man (mit lediglich einem Titel) nicht, ob man während den acht Stunden Präsenzzeit wenigstens die Tischmiete wieder einspielen kann.
Irgendwie hat es mich dann aber doch gereizt und so stand ich am 30. August hinter meinem Messetisch. Und es war ein wirklich genialer Tag. Ich liebe es ja, mich mit anderen Autoren auszutauschen und mit Lesemenschen über meine und andere Buchwelten zu sprechen. Als «Tüpfli ufem i» durfte ich um 13:30 vor gut besetzten Reihen lesen und erzählen. Nach dieser Lesung nahmen dann auch die Besuche an meinem Tisch zu. Es hat mir mega Spaß gemacht, Widmungen in frisch erworbene «Froschteich-Bücher» zu schreiben und dabei über die exotischsten Namen und ihre Schreibweisen zu staunen. Obwohl es immer intensive und sehr lange Tage sind, gehe ich von Märkten und Messen immer voller Energie nach Hause.

Mit 14 Kilo Gepäck auf dem Rücken und dem Teppichklopfer für meine Lesung ging es auf nach Konstanz.

Nach meiner Lesung vor einem wunderbaren Publikum.

Schon hübsch, so ein Banner … Ich hatte immerhin meinen Teppichklopfer 😉 …
Mein Buchtipp im August 2025 – BAVARESE

Klappentext:
Ohne Hölle gibt es keinen Himmel
Frühmorgens, wenn die Schickeria in den Münchner Nobelclubs noch zwischen Champagner und Koks auf den Tischen tanzt, gehen auf dem Großmarkt schon die Lichter an. Hier reißt sich Sepko als Handlanger den Arsch auf. Die Schichten sind hart, der Lohn dürftig. Das echte Geld mit den Gastronomen machen andere auch jenseits der Legalität. Sepko verliebt sich in Lene, die jeden Tag schon im Morgengrauen auf dem Großmarkt einkauft. Um sich und ihren Sohn über Wasser zu halten, beliefert sie einen kleinen Kundenstamm mit ihrem klapprigen Lieferwagen. Doch er ist nicht der einzige, der um Lenes Herz kämpft: Pfeiffer, Gastronom und Wiesnwirt in spe, hat Geld und Einfluss. Unwissentlich entfacht Sepko mit seinen Bemühungen um Lene eine Spirale der Gewalt, die unaufhaltsam eskaliert und sogar die verborgenen Kräfte des organisierten Verbrechens auf den Plan ruft.
Mein Senf:
Ich muss zugeben, ich habe das Buch vor allem gelesen, weil ich Leo durch seine Autorentätigkeit kennenlernen durfte und er mir vorab schon viel davon erzählt hat. Ohne diese Verbindung und seine Begeisterung hätte mich das Thema wohl nicht besonders angesprochen. Und das wäre Schade gewesen, denn ich hätte viel verpasst. Die Geschichte von Sepko und Lene führte mich tief in ein Milieu der Stadt München, dem man als Touristin nie begegnet, es vielleicht erahnt aber lieber ausblendet. Die harte Arbeit vor dem Morgengrauen in den Gemüsehallen, das feilschen um die Preise – der Preisdruck und der Konkurrenzkampf. Harte Arbeit, rauer Umgang, Korruption und David gegen Goliath. Dazwischen die Menschen mit ihren Schicksalen, Liebe und Ablehnung … Ich bin eine Freundin blumiger Sprache – die gibt es hier nicht. Weil diese Welt vieles ist, aber bestimmt nicht blumig. Ich habe es trotzdem genossen in diese Welt und die spannende Geschichte darin einzutauchen und habe ganz nebenbei viel gelernt. Ein wirklich grossartiges Buch – aber nichts für Weicheier.

Was im August sonst noch los war

Endlich wieder mal ein Brändi Dog.

Zeit, und die perfekten Steine um ein paar ü 50 Badenixen zu malen.

Geburtstag habe ich auch noch gefeiert …

Lustig, vor meiner Koi-Phase wären mir die wohl nicht aufgefallen …

Blick vom Ägerisee auf das Hotel Ländli. Dort durfte ich im August Büchernachschub für ihre Feriengäste liefern.

Das Theater Unterägeri feierte sein Jubiläum mit einer Freilichtaufführung. Ein ganz besonderes Erlebnis.

Neu bekommt man meinen Roman – und ab Oktober das Adventskalenderbuch – auch im Hofladen Dächmen in Morgarten.
Was ich im August gebloggt habe …
Ausblick auf den September 2025
- Am 19.9.2025 ab 18:00 Uhr lese ich gemeinsam mit Thriller-Autor Walter Uehli im Gemeinschaftshaus Friedheim in Bubikon. Ich freue mich auf persönliche Gespräche und es gibt Apéro …
- Am 20.9.2025 organisiert der Interkulturelle Treffpunkt am 14:00 im Pfrundhaus in Oberägeri eine Lesung mit mir. Der Eintritt besteht aus einer Kollekte und es gibt Kaffee und Kuchen.
- «Advent, Advent, der Tannenbaum brennt!» ist im Druck und wird noch im September zu mit geliefert.

Wir freuen uns über jeden Besuch :)!


